Wenn Reputation Management schlechte PR erst verursacht…

Der erste Eindruck zählt und der sollte gut sein. Das gilt auch für die Suchtreffer in den Suchmaschinen, wie Google, MSN, Yahoo usw.
Tatsächlich sind Google & Co. die erste Adresse für Internetnutzer um nach Informationen zu einem Unternehmen, dessen Produkt oder Dienstleistung zu suchen.

Dabei bietet das Internet der Gegenwart zahlreiche Möglichkeiten für User Meinungen schnell zu veröffentlichen und damit der gesamten Internetgemeinde zugängig zu machen. Inhalte, die einmal veröffentlicht sind, werden früher oder später von den Schmaschinen erfasst und innerhalb der Suchtreffer angezeigt. Positive aber auch negative Inhalte werden dabei nicht unterschieden und nach Popularität und Relevanz gelistet.
Die Beeinflussung dieser Suchergebnisse ist für viele Unternehmen ein neues Geschäftsmodell, denn sowohl Unternehmen als auch Personen erkennen den Wert positiv gefärbter Suchtreffer. So ist das Googeln nach dem Namen eines Bewerbers heutzutage schon Standard für Personalchefs. Und Verbraucher googeln beispielsweise vor dem Kauf eines Produkts nach Informationen zum Hersteller und Produkt.
Wie schön und einfach wäre die Internet-Welt, könnte man negative Inhalte einfach aus den Suchtreffern entfernen.
Das zumindet hat sich das Unternehmen Reputation Defender zur Aufgabe und zum Geschäftsmodell gemacht. Das texanische Unternehmen wird geführt von Michael Fertik, der in zahlreichen Interviews auf die Wichtigkeit eines guten Online Images hinweist, sein eigenes Image dabei aber augenscheinlich vernachlässigt. Denn googelt man Reputation Defender tauchen erstaunlicher Weise auch in den Top 10 Suchtreffern auf Google sehr negative Äußerungen über ihn und seine Firma auf: “absurd”, “he’s ridiciolous” um nur ein paar zu nennen.
Hier kam sein eigener Service offensichtlich noch nicht zum Einsatz, dabei besteht er aus einem ganz einfachen Mittel zur Lösung von Online Imageproblemen: die Quelle des Übels freundlich anschreiben und um Löschung des betreffenden Artikels bitten. Das das sehr heikel ist zeigt ein Beispiel:
Mark und Christine Parascandola aus Washington fühlten sich sehr gestört durch das Restaurant Cada Vez, genauer durch die dort regelmäßig stattfindenden Schwulen- und Lesbenpartys. Beide haben also nachts gefilmt, wer wann mit wem oder allein aus und ins Restaurant kam, um darauf basierend bei der zuständigen Behörde Anzeige zu erstatten. Ziel war es die Schanklizenz des Cada Vez’ und anderer Lokale, die das Paar gefilmt hat, zu entziehen. Über diesen Vorfall hat der Positive Liberty Blog berichtet und ca. ein Jahr später eine Email vom Reputation Defender erhalten den Blogpost bitte zu entfernen. Natürlich wurde diese Vorlage vom Blogger dankbar aufgenommen und veröffentlicht. Beide Blogpost ranken bei Google mittlerweile an 1 und 2. Ein Bärendienst. Für den Preis von 29,95 $ aufwärts.
Ein weiteres sehr spannendes Beispiel:
Heide Iravani hat Repuation Defender ebenfalls beauftragt ihr Online Image zu reinigen. Als Yale Studentin mit einem Vater, der in ihrem Auftrag eine Bank überfallen hat, um ihr ein Pferd kaufen zu können, kann sie positive PR gut gebrauchen. Leider ging das ebenfalls schief und aus ihrem Fall wurde sogar eine Studie zu Reputation Defender, die auf Google Position 1 ranked.
Im Fall von Ronnie Segev haben sich die von Reputation Defender angeschriebenen Blogs sogar eine Art Wettbewerb ausgedacht: Wer es mit dem absurdesten Title zu Segev in die Google Top 10 Suchtreffer schafft.
Bisher kann beobachtet werden, dass von Reputation Defender bearbeite Imageprobleme erst recht publik gemacht wurden und dabei sogar ein Imageproblem für das Unternehmen selbst geworden sein können.
Ein schlechtes Image und negative Suchtreffer sollten tatsächlich beachtet werden. Handeln ist sinnvoll. Sinnvolles Handeln aber enscheidend für den Erfolg.
